Änderungen beim Betrieb von Drohnen

Zum 01.10.2017 sind, nach der Übergangszeit seit April, die neuen Regelungen der LuftVO für den Betrieb von Drohnen in Kraft getreten. Wie wir schon im April berichtet haben, sind Drohnenpiloten seitdem verpflichtet, je nach Gewichtsklasse eine feuerfeste Plakette, einen Kenntnisnachweis oder aber eine Aufstiegsgenehmigung bei der zuständigen Landesbehörde zu besitzen.

Die Landesluftfahrt haben für den Betrieb von Drohnen eigenständig sogenannte Allgemeinverfügungen erlassen. Ob die jeweilig zuständige Behörde eine solche Verfügung erlassen hat, muss jedoch vor dem Start vom Piloten selbst geprüft werden. Sollte keine Allgemeinverfügung vorliegen oder aber die Drohne nicht hiervon erfasst sein, muss wie gehabt eine eigene Aufstiegsgenehmigung beantragt werden.

Daneben bahnen sich zum Jahreswechsel weitere Neuerungen an. Durch die LuftVO wurde der Betrieb von Drohnen über Menschenansammlungen, wie z.B. Veranstaltungen, oder aber auch in der Nähe von Autobahnen und Bundesstraßen grundsätzlich verboten. Nun soll es jedoch ein vereinfachtes Verfahren geben, nachdem in einem vereinfachten Verfahren eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden kann. Die Einschätzung erfolgt nach dem sogenannten SORA-Verfahren (NfL 1-1163-17 (SORA-GER)). Mittels dieses Verfahren erfolgt eine Risikoeinschätzung und Klasseneinteilung in zwei Schritten.

Im ersten Schritt werden anhand von Tabellen das Luftrisiko (Air Risk Class) und Bodenrisiko (Ground Risk Class) bestimmt. Entscheidend ist hierbei die Gesamtmasse bei Abflug und das zu überfliegenden Gebiet (Wohngebiet, unbebautes Gebiet etc.). In Schritt zwei werden positiv Schutzmaßnahmen gewichtet, wie etwa ein Fallschirm, der die Drohne im Falle eines Absturzes auffängt. Der nach diesem Verfahren erreichte Wert ist dann entscheidend, welche Auflagen der Pilot bei der Antragstellung und dem Betrieb der Drohne zu erfüllen hat.

In Österreich erfolgt die Bewertung bereits nach dem SORA-System und erweist sich als durchaus erfolgreich. Es bleibt abzuwarten, inwiefern sich diese positiven Ergebnisse auch in Deutschland wiederspiegeln.

Für kleine Unternehmen und Start-ups sind die Regeln der LuftVO eine Herausforderung. Wie professionelle Drohnenpiloten trotzdem erfolgreich in Deutschland arbeiten können, sehen Sie im Interview mit unserem Vorstandsmitglied Frank Lochau (BVZD, ProCopter).

 

Link: https://www.n-tv.de/mediathek/sendungen/Start_up_News/Frank-Lochau-Drohnenpilot-Die-Regelungen-waren-fast-existenzbedrohend-article20185714.html